19. Juni 2012
Für "Hörer und Hörerinnen" gibt es eine neue Schreibweise: "Hörer_innen".
Die Doppelbezeichnung für Männer und Frauen soll in der Schriftsprache vereinfacht und zugleich ergänzt werden. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet über den Gender-Gap, den der Deutsche Bundesjugendring jetzt verwenden will, ein Netzwerk deutscher Jugendverbände.
Bisher wird oft auch ein Binnen-I geschrieben: ein großes I mitten im Wort, zum Beispiel bei Mitarbeiter-Innen. Der Bundesjugendring will jetzt laut SZ an der Bruchstelle - also vor dem "innen" - immer einen Unterstrich einfügen und danach klein weiterschreiben. In dieser Konstruktion sollen sich nicht nur Männer und Frauen wiederfinden, sondern - praktisch in der Lücke - auch Intersexuelle. Die kämpfen seit 20 Jahren öffentlich für ihre Anerkennung. Der Ethikrat hatte der Bundesregierung kürzlich empfohlen, dass sie als Geschlecht neben "männlich" und "weiblich" auch "anders" angeben dürfen. Das Bundesjustizministerium bevorzugte jedoch laut der "Süddeutschen" vorher schon die Variante, die Geschlechter nicht zu unterscheiden und stattdessen zu neutralen Formulierungen zu greifen, etwa statt "Mitarbeiter" zu sagen: "die bearbeitende Stelle".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)