19. Juni 2012

Südkorea verbietet Handel mit virtuellen Spielgegenständen

Erst die Arbeit, dann das Spiel. Bei Online-Computerspielen mit vielen Nutzern verteilen sich Arbeit und Spiel oft nicht nur zeitlich, sondern auch auf verschiedene Kontinente. In Asien arbeiten Spieler sich durch immergleiche Abläufe eines Spiels, um darin zum Beispiel virtuelles Geld zu erwirtschaften. Das verkaufen sie dann gegen echtes Geld an Spieler in aller Welt, die es damit im Spiel etwas einfacher haben. Goldfarming nennt sich das; einer britischen Studie zufolge arbeiten mehrere hunderttausend Menschen in China auf diese Weise.

Südkorea will den Handel mit virtuellen Spielgegenständen jetzt verbieten. Wie die Tageszeitung "The Korea Times" berichtet, soll das Verbot im kommenden Monat verabschiedet werden. Bei Verstößen drohten Strafen von umgerechnet bis zu mehr als 30.000 Euro und Haftstrafen von bis zu fünf Jahren.

Ein Regierungssprecher habe das Gesetz damit begründet, dass Computerspiele der Unterhaltung dienen sollten. Das Sammeln virtueller Gegenstände verhindere außerdem das Entstehen einer gesunden Spielkultur und trage zur Jugendkriminalität bei.

Die Bevölkerung von Südkorea ist laut der Zeitung sehr gut vernetzt: 93 Prozent der Bevölkerung hätten einen Internetzugang.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)