20. Juni 2012
Lärm beeinflusst das Repertoire von Singvögeln. Denn in einer lauten Umgebung lernen junge Singvögel andere Gesänge als in ruhigeren. Das haben US-amerikanische Forscher in einem Experiment mit Sumpfammern herausgefunden. Wie sie im Fachmagazin "Biology Letters" (doi:10.1098/rsbl.2012.0446) berichten, prägen sich die Jungvögel nur diejenigen Tonfolgen ihrer Artgenossen ein, die klar und unverzerrt bei ihnen ankommen. Tonfolgen, deren Klangqualität durch den Umgebungslärm gelitten habe, seien dagegen vollkommen ignoriert worden. Lärm spiele damit eine wichtige Rolle für die kulturelle Weitergabe der Gesänge bei den Vögeln.
Junge Sumpfammern müssen laut den Forschern erst die Gesänge ihrer Artgenossen hören, um ihren arteigenen Gesang zu erlernen. Die früh gelernten Tonfolgen bestimmten dann auch das Repertoire im Erwachsenenalter.
Dieser Effekt könne auch erklären, warum Singvögel der gleichen Art in verschiedenen Lebensräumen häufig ganz unterschiedliche Melodien singen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)