22. Juni 2012

Auch "Science" veröffentlicht umstrittene Studie zur Vogelgrippe

Terroristen lesen heute "Science". Das Wissenschaftsmagazin hat nach monatelangem Hickhack eine Studie zur Entwicklung aggressiver Vogelgrippe-Viren veröffentlicht. Ein Gremium, das die US-Regierung in Fragen der biologischen Sicherheit berät, hatte davon abgeraten. Die Experten befürchteten, Terroristen könnten die Erkenntnisse der Forscher aus Rotterdam nutzen, um Biowaffen herzustellen.

Über diese Bedenken hat sich das Magazin "Science" nun hinweggesetzt. Der Leiter der Rotterdamer Studie verteidigte die Veröffentlichung. Das H5N1-Virus, das sein Team am Erasmus Medical Center mit Hilfe der Gentechnik entwickelt habe, sei weit weniger aggressiv als von den US-Experten dargestellt. Ja, es habe zwar auf dem Luftweg von einem Frettchen zum anderen übertragen werden können. Keines der Tiere sei aber gestorben.

Ziel der Studie war es zu verstehen, wie sich das Virus verbreitet, um einer Pandemie besser vorbeugen zu können. Eine ähnliche, in Wisconsin erstellte Studie wurde auf Druck der USA ebenfalls erst mit Verspätung veröffentlicht - im vergangenen Monat in "Nature".

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)