22. Juni 2012
Für den einen ist es ein Kunstobjekt, für die anderen ein Heiligtum. Der Bildhauer Wolfgang Kraker brachte Ende der neunziger Jahre einen 35 Tonnen schweren Felsbrocken aus Venezuela nach Deutschland. Seitdem schwelt ein Streit um den sogenannten Kueka-Stein. Venezolanische Ureinwohner vom Stamm der Pemón fordern ihn zurück, weil er ihnen heilig ist. Kraker betrachtet ihn dagegen als Kunst und Beitrag zur Völkerverständigung. Er ließ ihn damals zusammen mit vier anderen Steinen von insgesamt fünf Kontinenten im Berliner Tiergarten aufstellen.
Doch die Pemón aus dem Süden Venezuelas geben nicht auf. Sie demonstrierten gestern vor der deutschen Botschaft in Caracas und forderten erneut die Rückgabe des Kueka-Steins. Unterstützt werden sie in ihrer Forderung von der venezolanischen Regierung.
Die Ureinwohner der Pemón leben zurückgezogen im Bundesstaat Bolívar. Ihre Siedlungen sind nur über kleine Ausläufer des Orinoco erreichbar.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)