22. Juni 2012
Wenn die Nachfrage hoch ist, muss eben auch der Preis steigen - vor allem, wenn das Produkt knapp wird. Diese Regelung der Marktwirtschaft nutzt nun auch China - und zwar bei der Versorgung mit Trinkwasser. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, wird künftig jedem Haushalt eine bestimmt Menge Wasser zugeteilt. Verbraucht er mehr, steigt der Preis pro Kubikmeter Wasser demnach exponentiell an. Außerdem sollen Fabriken mit hohem Wasserverbrauch mehr zahlen - etwa aus der Papier- und der chemischen Industrie.
Bislang bezahlt man in China überall gleich viel für Wasser. Allerdings sind die Preise in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Rund zwei Drittel aller chinesischen Städte beklagen einen Wassermangel. Besonders problematisch ist die Trinkwasserversorgung. Nach Regierungsangaben hatten im März rund 300 Millionen Menschen in China keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser ist in China schon seit der Kaiserzeit ein Thema und ein Problem. Bis vor einigen Jahren galt die Faustregel: Der Norden hat zu wenig Wasser. Südlich des Flusses Yangzi gibt es zu viel davon, und damit auch verlustreiche Überschwemmungen. Mit Eingriffen in die Natur und durch den Klimawandel sind mittlerweile Regionen von Dürre oder Überschwemmungen betroffen, die davon bislang verschont blieben.
Die Verschmutzung von Gewässern durch Industrieabwässer ist ein weiteres Problem der Neuzeit. Schätzungen zufolge sind zwei Drittel der chinesischen Flüsse durch Industrieabfälle und landwirtschaftliche Pestizide verseucht.
In Deutschland gibt es übrigens keine bundeseinheitlichen Wassergebühren. Bei uns werden die Preise von den Versorgungsunternehmen festegelegt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)