25. Juni 2012
Was ist der Unterschied zwischen einer Schimpansenhorde, einem Bienenschwarm und einer Jugendgang? Es gibt keinen, zumindest wenn es um das Revierverhalten geht. Das behaupten Anthropologen der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Die Forscher wollten wissen, wie sich Gewalt zwischen verschiedenen Gangs besser voraussagen lässt. Dafür griffen sie auf die Lotka-Volterra-Gleichungen zurück, mit denen Biologen schon seit den 30er Jahren berechnen, wo die Reviergrenzen zwischen verschiedenen Rudeln, Herden oder Schwärmen der gleichen Art verlaufen. Die Forscher erstellten damit eine Revierkarte für ein Viertel von Los Angeles und verglichen sie mit der Kriminalitätsstatistik aus den Jahren 1999 bis 2002. Sie stellten fest: Gewalt zwischen rivalisierenden Gangs passiert in der Regel höchstens eine Meile von der Grenze zwischen ihren Territorien entfernt.
Die Wissenschaftler schreiben im Fachmagazin "Criminology", es sei kein Wunder, dass man die Lotka-Volterra-Gleichungen auch auf kriminelle Banden anwenden könne. Wie ein Bienenschwarm mit anderen um Blütennektar konkurriere, müssten Gangs beispielsweise um Drogenmärkte kämpfen. Der Artikel soll heute erscheinen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)