25. Juni 2012
Der Hund als bester Freund des Menschen - das ist schon sprichwörtlich. Nach Ansicht des Jenaer Philosophen Peter Kunzmann hat die Vermenschlichung von Haustieren hierzulande aber mittlerweile eine neue Stufe erreicht; und zwar durch den Einsatz von Intensivmedizin. Kunzmann sagte der Deutschen Presse-Agentur, es gebe inzwischen viele Hunde- oder Katzenbesitzer, die ihr Haustier bei Krebsgeschwüren bestrahlen oder bei Gelenkbeschwerden eine Prothese einsetzen ließen. Das hat laut Kunzmann in manchen Fällen zur Folge, dass das Tier leiden muss, weil sein Besitzer nicht loslassen kann. Außerdem wachse die Kluft zwischen Heim- und Nutztier: Der Wert von Kühen, Schweinen und Hühnern beschränke sich auf deren wirtschaftlichen Nutzen. Der Philosoph hält es zwar nicht für unmoralisch, Geld für ein Haustier auszugeben, sieht aber ein Verteilungsproblem: Nicht alle Tierhalter könnten die Leistungen des medizinischen Fortschritts auch bezahlen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)