25. Juni 2012

Historikerin: Schon frühe Christen waren gut vernetzt

Netzwerken ohne Facebook? Ja, das geht. Sogar in Zeiten, in denen die Elektrizität noch nicht entdeckt war - während des Römischen Reiches. Das berichtet die Münsteraner Historikerin Eva Baumkamp. Schon im dritten Jahrhundert habe es ein modern anmutendes Kommunikations- und Briefsystem gegeben. Verfolgte christliche Bischöfe von Karthago bis Kleinasien hätten dabei über ihre Religion und machtpolitische Fragen korrespondiert. Wie die Forscherin schreibt, war der Vorteil des ausgefeilten Briefsystems, dass viele Christen gleichzeitig teilnehmen konnten. Durch Namenslisten wurde festgelegt, wer Teil der Empfängergemeinschaft war. Die starke Vernetzung habe wesentlich zur Ausbreitung des Christentums beigetragen. Ihre Forschungsergebnisse stützt die Wissenschaftlerin auf rund 80 antike Briefe und andere Schreiben.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)