27. Juni 2012
In China hat eine Zwangsabtreibung im siebten Monat Konsequenzen für Behördenmitarbeiter. Wie chinesische Staatsmedien berichten, sind zwei hohe Funktionäre entlassen worden, fünf weitere Verantwortliche erhielten disziplinarische Tadel. Eine Untersuchung der übergeordneten Stadtregierung ergab jetzt, dass verschiedene Beamte gegen die Gesetze für die Ein-Kind-Politik verstoßen hätten. Die Gemeinde habe zum Beispiel kein Recht gehabt, von der Frau umgerechnet 5.000 Euro zu verlangen, damit sie ein zweites Kind haben könne.
Eine 23-Jährige war Anfang Juni in der Provinz Shaanxi gezwungen worden, ihr ungeborenes Kind im siebten Monat abzutreiben, weil sie bereits ein Kind hatte. Ein Familienmitglied beschrieb den Vorfall im Netz und stellte Bilder ein - von der Frau und dem getöteten Fötus. Die Reaktionen im Internet waren heftig.
Aber auch die Familienplanungsbehörden stehen unter Druck: Wenn die vorgeschriebenen Geburtenraten in ihrem Gebiet überschritten werden, müssen die Mitarbeiter selbst Strafen zahlen. Die Geburtenplanung in China war 1979 nach einer Hungerkatastrophe in den 60er Jahren eingeführt worden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)