27. Juni 2012
Klaus Schroeder ist vom Nicht-Wissen der Schüler geschockt. Der Leiter vom Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin berichtet im "Deutschlandradio Kultur" von einer Befragung an knapp 7.500 Schülern. Daraus gehe hervor, dass viele Jugendliche nicht zwischen Demokratie und Diktatur unterscheiden könnten. Jeder vierte konnte demnach das NS-Regime nicht richtig als Diktatur einordnen, bei jedem dritten galt das für die DDR. Besonders besorgniserregend sei, dass nur 60 Prozent der Schüler das heutige Deutschland für eine Demokratie hielten. Die Zahlen seien bedrohlich. Aus Nicht-Wissen könne Orientierungslosigkeit entstehen.
Schroeder fordert, dass vor allem die Zeitgeschichte stärker im Unterricht behandelt wird. Dabei müsse eine wertorientierte Kenntnisvermittlung stattfinden, damit Schüler historische Systeme einordnen könnten. Nur so könnten sie vor diktatorischen Verführungen geschützt werden.
Untersucht wurde unter anderem auch, ob der Besuch von Gedenkstätten eine Rolle spielt. Laut Schroeder verblasst der Effekt davon schnell. Nur wo Lehrer einen Besuch nachbereiteten, zeige er langfristig einen positiven Effekt. So eine Nachbereitung finde aber immer seltener statt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)