28. Juni 2012
Wissenschaft gegen Zensur? Chinesische Forscher haben nach eigenen Angaben eine Software zum Aufspüren zensierter Beiträge beim chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo entwickelt. Wie die Wissenschaftler der Universität von Hongkong erklärten, hat eine Untersuchung gezeigt, dass in den vergangenen Monaten etwa Beiträge mit den Namen chinesischer Dissidenten von den Behörden gelöscht worden seien. Das Programm funktioniere, indem die Posts der Mitglieder kontinuierlich heruntergeladen würden. Damit entstehe ein Art Archiv, das dann mit den aktuellen Profile abgeglichen werde. Falls Einträge zensiert seien, tauche ein Feld auf - "Zugang verweigert". In dem Archiv seien sie weiter lesbar.
Die Software werte derzeit aber nur die Beiträge von Mitgliedern aus, die mehr als tausend Follower haben. Das seien rund 300.000. Insgesamt hat Weibo circa 300 Millionen Nutzer.
Die chinesische Führung hatte Anfang Juni angekündigt, die Kontrolle des Internets durch neue Vorschriften zu verschärfen.
Hier ein Blogeintrag über Hintergründe zu WeiboScopeSearch.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)