28. Juni 2012
"Überall wo wir graben, stoßen wir auf Häuser." Das sagt Forschungsleiter Andres Dobat zur Ausgrabung einer Wikingersiedlung in der Nähe der Stadt Schleswig. Bei den Funden aus der Zeit zwischen 700 und 1000 n. Chr. handle es sich um rund 200 Häuser voll mit Schmuck, Gerätschaften und Waffen. Forschungsleiter Dobat sagte dem dänischen Wissenschaftsportal "Videnskap", es habe sich bei dem Fundort wohl um ein wichtiges Machtzentrum gehandelt.
In früheren Aufzeichnungen sei auch von einem Ort namens "Sliasthorp" die Rede gewesen. Der werde als Sitz von König Gudfred erwähnt. In der nun entdeckten Siedlung befand sich laut Dobat auch ein 30 Meter langes und 9 Meter breites Haus, das eine Königshalle gewesen sein könnte. Dies spreche dafür, dass man mit den jetzigen Ausgrabungen auf "Sliasthorp" gestoßen sei.
Schleswig liegt an der Schlei. Das ist eine lange, schmale Ostseebucht, die von großer Bedeutung für die Wikinger war. Von da aus konnten Schiffe ein kurzes Stück über Land zu den Flüssen in Richtung Nordsee transportiert werden. So konnte der lange und gefährliche Seeweg um Jütland vermieden werden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)