29. Juni 2012
50 Jahre nach dem Contergan-Skandal werden weitere Spätfolgen bekannt. Viele Menschen, die aufgrund des Medikaments mit Fehlbildungen geboren wurden, werden mit zunehmendem Alter pflegebedürftiger. Darauf weist die Contergan-Stiftung in einer Studie hin, die mehrere Bundestagsfraktionen in Auftrag gegeben hatten. Als Hauptgrund wird genannt, dass die Gelenke und Gliedmaßen schneller verschleißen.
Contergan war ein Schlaf- und Beruhigungsmittel, das Ende der fünfziger Jahre besonders für Schwangere empfohlen wurde, unter anderem auch gegen morgendliche Übelkeit. Weltweit wurden dadurch viele ungeborene Kinder schwer geschädigt. Besonders häufig traten Fehlbildungen an Armen und Händen auf, aber auch innere Organe und das Nervensystem wurde bei viele geschädigt. In Deutschland wird die Zahl der Betroffenen auf 5.000 geschätzt, fast die Hälfte von ihnen starb noch im Säuglingsalter. Der deutsche Hersteller Grünenthal nahm das Medikament 1961 vom Markt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)