29. Juni 2012
Tropische Krankheiten in Mitteleuropa werden wohl immer häufiger vorkommen. Davon geht der Chef der Abteilung für Tropenmedizin der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg, August Stich, aus.
Als Beispiel nennt er die Tigermücke, die von Touristen eingeschleppte Tropenkrankheiten sehr gut übertragen könne. Mildere Winter und mehr Feuchtigkeit durch den Klimawandel würden die Ausbreitung der Insekten begünstigen. Es gebe etwa schon Populationen in Südbaden, im Norden der Schweiz und in holländischen Gewächshäusern. Stich verweist im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur auf tropische Krankheiten in Gegenden, wo diese bisher nicht aufgetaucht waren - zum Beispiel das Denguefieber in Frankreich und Kroatien.
Anlass zur Hysterie sieht der Tropenmediziner aber nicht. Es werde nicht zu einer flächendeckenden Bedrohung für die deutsche Bevölkerung kommen. Man müsse aber die globalen Herausforderungen in der Gesundheitsvorsorge in den Blick nehmen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)