2. Juli 2012

"SZ": Japaner tun sich trotz ständiger Entschuldigungen schwer mit Übernahme von Schuld

Dass sich Japaner ständig entschuldigen, ist nur ein leeres Ritual. Das meint zumindest Christoph Neidhardt, Autor der "Süddeutschen Zeitung". Er glaubt, das Entschuldigungs-"sumimasen" der Japan sei ungefähr so eine Sprachformel wie das bayerische "Grüß Gott" - man denke gar nicht mehr an die eigentliche Bedeutung.

Der Journalist hat beobachtet: Obwohl sich die Japaner ständig entschuldigten, falle es vor allem den Mächtigen schwer, Schuld einzugestehen. Das zeige sich etwa bei der Verantwortung für Verbrechen aus dem Zweiten Weltkrieg. Tokio habe in jüngster Zeit seine Entschuldigung für den Umgang mit den sogenannten "Trostfrauen" immer weiter abgeschwächt. Das sind bis zu 400.000 Frauen, vor allem Koreanerinnen, die zur Arbeit in japanischen Bordellen gezwungen wurden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)