2. Juli 2012

Juristin: Niedriger Hilfssatz für jahrelang Geduldete ist menschenunwürdig

Asylbewerber bekommen nur zwei Drittel der Leistungen für Hartz-IV-Empfänger - auch wenn sie schon Jahre in Deutschland leben. Das kritisiert die Göttinger Juraprofessorin Christine Langenfeld im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Es sei zwar vertretbar, dass Flüchtlinge am Anfang weniger Geld erhielten - zum Beispiel wenn das Asylverfahren nur kurz dauere. Manche abgelehnten Asylbewerber lebten aber jahrelang mit einer Duldung in Deutschland. Diese Menschen müssten mehr finanzielle Unterstützung erhalten. Denn, so argumentiert Langenfeld, wenn das Geld nicht einmal für einen Schulausflug reiche, werde die Integration erschwert. Deswegen glaubt die Juraprofessorin, dass das Bundesverfassungsgericht in Kürze das Asylbewerberleistungsgesetz kippen wird. Ähnlich hätten die Richter ja auch bei den Hartz-IV-Leistungen entschieden und eine Erhöhung gefordert.

Langenfeld steht seit heute an der Spitze des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)