3. Juli 2012
Sie sind so etwas wie Taxis für Medikamente. US-amerikanische Forscher haben neuartige Nanofähren entwickelt, mit denen sich Medikamente mittels einer Salbe tiefer in die Haut einbringen lassen. Das berichten sie im Fachmagazin "PNAS". Diese Nanofähren seien tausendmal kleiner als ein menschliches Haar und würden einem Gel beigemischt. Das einfache Auftragen des Gels genüge, um Wirkstoffe durch sämtliche Barrieren unserer Körperoberfläche zu bringen.
Die Nanofähren bestehen aus Goldkügelchen, die von einer Hülle aus kleinen RNA-Stücken umzogen sind. RNA ist Ribonukleinsäure. Sie setzt genetische Information in Proteine um. In diesem Fall sind sie so programmiert, dass sie das Gen in der Zelle attackieren und ausschalten, das die Krankheit auslöst.
Normalerweise funktioniert die Haut wie eine Schützhülle. Bisher ließen sich daher Medikamente nicht von außen in tiefer liegende Gewebe bringen, ohne die Haut zu reizen oder zu schädigen, zum Beispiel mit Spritzen. Mit den Nanofähren sei dies jetzt gelungen.
Die Wissenschaftler der Northwestern University hatten das Verfahren erfolgreich an Mäusen getestet. Die Nanofähren erwiesen sich auch in einem Versuch mit menschlichen Hautproben als wirksam und sollen zum Beispiel bei Hautkrebs eingesetzt werden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)