5. Juli 2012

Japan: Neuer Ansatz bei Studie zu Selbstmorden

Japan hat eine der höchsten Selbstmordraten der Welt. Wie das Magazin "Technology Review" schreibt, ist sie beispielsweise mehr als doppelt so hoch wie in den USA.

Die Regierung des Landes gebe viel Geld aus, um die Hintergründe zu verstehen - auch um die Suizidrate in den nächsten Jahren senken zu können. Forscher der Universität in Tokio sind bei ihrer Untersuchung einen neuen Weg gegangen. Bei ihrem Ansatz haben sie darauf verzichtet, die üblichen Fragebögen an Schulen und Universitäten zu verteilen. Sie nutzten das Online-Netzwerk "Mixi", das in Japan 25 Millionen Mitglieder hat. In die Auswertung flossen die Daten von Nutzern, die in Gruppen Mitglied waren, die etwas mit dem Thema Selbstmord zu tun hatten.

Für die Forscher war überraschend, dass die selbstmordgefährdeten Japaner in diesen Gruppen nicht weniger Freunde hatten als eine Kontrollgruppe. Es zeigte sich aber ein Unterschied in der Struktur. Demnach waren die Freunde seltener auch untereinander befreundet. Und ein weiterer Unterschied: Selbstmordgefährdete waren Mitglieder in mehr Themen-Gruppen. Die Forscher vermuten, weil sie länger online sind und sich wünschen, mit anderen zu interagieren.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)