6. Juli 2012
Hat er ein gutes oder ein schlechtes Blatt? Einem geübten Pokerspieler sieht man das von außen nicht an. Neurologen der amerikanischen Universität Durham wollten wissen, welchen Einfluss die soziale Umgebung auf einen Bluff hat. Sie gaben Probanden ein gutes oder ein schlechtes Blatt und ließen sie dann innerhalb von sechs Sekunden entscheiden, ob sie weiterspielen oder aussteigen wollten. Dabei wurde ein Hirnscan angefertigt. Einige Probanden hatten einen menschlichen Gegenspieler, andere traten gegen einen Computer an. Das Ergebnis: War der Gegner aus Fleisch und Blut, ließ sich die Entscheidung des Probanden anhand der Bilder aus seinem Kopf voraussagen. Dann erkannten die Wissenschaftler in einer bestimmten Hirnregion deutliche Aktivitäten. Je stärker die Testpersonen ihren Mitspieler einschätzten, desto deutlicher wurde das Bild. Bei Computergegnern war die Hirnaktivität in der gleichen Region viel geringer. Nach Angaben der Forscher ist dieser Teil des Gehirns dafür zuständig, ein Gegenüber als Mensch zu identifizieren. Ein menschlicher Gegner mache Pokerspieler aufmerksamer.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)