6. Juli 2012
Er ist immer noch viel zu mild für die tiefgreifende Kritik an der Atomindustrie. Das sagt der japanische Fernsehjournalist Shigenori Kanehira in der "taz" über den Bericht des japanischen Parlaments zur Atomkatastrophe von Fukushima. Darin war eine Untersuchungskommission zu dem Schluss gekommen, dass der Unfall vermeidbar gewesen wäre.
Kanehiras Ansicht nach ist der Bericht aber nach wie vor parteiisch gegenüber der Atomwirtschaft. Er wälze Schuld auf den ehemaligen Ministerpräsidenten Naoto Kan ab. Es werde behauptet, der habe mit seinem Eingreifen alles nur noch schlimmer gemacht. Dass auch die Betreibergesellschaft Tepco deutlich kritisiert wird, ist für den Jornalisten allerdings bemerkenswert. Er meint: Die Verbrechen von Tepco seien so offensichtlich, dass das Parlament das Unternehmen habe angreifen müssen. Die Japaner seien sehr atomkritisch geworden. Das sehe auch die Politik.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)