6. Juli 2012

Rechtswissenschaftler: Im Urheberrecht gibt es keine Schwarz-Weiß-Lösungen

Acta ist abgehakt - aber die Debatte über das Urheberrecht ist noch nicht vorbei. Darauf weist der Medienrechtler Thomas Hoeren von der Universität Münster hin. Der Rechtswissenschaftler sagte der "Deutschen Presse-Agentur", derzeit überarbeite die Europäische Kommission eine Richtlinie zum Schutz immaterieller Güter. Dieses Regelwerk enthalte ebenfalls "scharfe Maßnahmen" und werfe ähnliche Fragen auf wie Acta.

Hoerens Ansicht nach hat die Debatte ein schwaches Niveau. Hörbar seien nur Vertreter von Extrempositionen. Sie forderten entweder eine Abschaffung des Urheberrechts oder verteufelten das Internet. Die Fachdiskussion werde dagegen kaum beachtet. Hoeren zufolge müssen verschiedene Fragen geklärt werden - zum Beispiel, ob Sanktionen für Piraterie erhöht werden sollen und wie weit das Recht auf Privatkopien im Netz reicht. Im Urheberrecht gebe es keine Schwarz-Weiß-Lösungen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)