9. Juli 2012

China: Stadt spart bei teuren Delikatessen für Bankette

Teure Delikatessen - danach werden sich die Teilnehmer von Staatsbanketten bald vergeblich die Finger lecken. Zumindest in der ostchinesischen Stadt Wenzhou.

Dort dürfen in Zukunft bei offiziellen Empfängen beispielsweise keine Haifischflossen, Seeohren oder wilder Ginseng mehr serviert werden. Damit will die Stadtregierung sparen. Deshalb wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua eine Obergrenze für Bankettkosten festgelegt: maximal dürfen umgerechnet knapp acht Euro pro Person ausgegeben werden. Zur Kontrolle müssen Beamte in Zukunft Quittungen einreichen, auf denen ihre Bestellungen genau aufgelistet sind.

Chinas Staatsbedienstete stehen wegen teurer Privilegien für Beamte wie Luxusautos oder Delikatessen immer wieder in der Kritik. 2011 gaben staatliche Stellen nach offiziellen Angaben allein für Empfänge umgerechnet rund eine Milliarde Euro aus.

Bankette oder andere teure Veranstaltungen sind in China seit jeher eine Methode um die Karriere anzutreiben: Kaum ein Projekt oder eine Beförderung wird ohne sie bewillligt. Je teurer eine Delikatesse, desto mehr Ansehen hat der Einladende.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)