9. Juli 2012

Archäologenstreit in Israel

Diese Ausgrabung ist ein gutes Beispiel für Konflikte zwischen biblischer Auslegung und archäologischer Interpretation. Das meint der deutsche Archäologieprofessor Dieter Vieweger und geht damit auf eine Debatte in Israel ein.

Dabei geht es um die Bewertung von Funden an der Ausgrabungsstätte Khirbet Qeiyafa bei Jerusalem. Dort entdeckte der israelische Archäologe Josef Garfinkel einzigartige Kultgegenstände aus der Zeit König Davids. Er streitet mit seinen Kritikern darüber, ob die Funde Beweise für die biblische Beschreibung von Davids Königtum liefern und wie wichtig dieses historisch gesehen war.

Dazu sagte Vieweger der Nachrichtenagentur epd, es gehe bei der Archäologie nicht um "willkürliche Interpretationen" von Ergebnissen. Denn es handele sich um eine Wissenschaft mit einem "festen methodischen Repertoire". Wer sich daran halte, komme weniger zu sensationellen, dafür aber zu gut belegbaren Folgerungen.

Geschichten der Bibel seien "nicht Gegenstand einer sinnvollen Beschäftigung mit archäologischen Fragen". Man müsse sich immer fragen, wer in der Bibel was mit welchem Ziel aufgeschrieben habe.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)