9. Juli 2012

Mathematiker: Deutsche Warteschlangen sind ungerecht

Die Warteschlangen in deutschen Supermärkten sind ungerecht. Das sagte der Mathematiker Alexander Herzog von der Technischen Universität Clausthal im Interview mit DRadio Wissen. Das Problem: Bei zwei oder mehr Schlangen könne man - vor allem wenn sie lang seien - nie vorhersagen, welche die schnellste sei. Manche Menschen brauchten lange beim Bezahlen, bei einem anderen fiele vielleicht die Kasse aus.

Herzogs Vorschlag: Ein Wartesystem, das in kleinen US-amerikanischen Supermärkten weitverbreitet ist und das es auch bei der Deutschen Bahn gibt. Bei der stehen alle Kunden in einer Schlange und werden am Ende auf die einzelnen Kassen verteilt.

Das Problem: Die Supermarktmanager hätten keinen direkten Nutzen, die Wartezeiten zu verringern. Stünden die Menschen lange an, legten sie vielleicht noch etwas in den Wagen. Anders ist es laut Herzog bei Unternehmen, wo die Wartezeit den Kunden zur Konkurrenz treibt oder wo das Warten Geld kostet, etwa auf Flugplätzen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)