10. Juli 2012

Hämoglobin: Warum es bei Menschen und Schnabeltieren unterschiedlich ist

37 Grad Celsius - das ist die ideale Körpertemperatur des Menschen. Ein Schnabeltier hätte da bereits sehr hohes Fieber - die eierlegenden Säugetiere haben mit 33 Grad recht kühles Blut. Den unterschiedlichen Temperaturen hat sich im Laufe der Evolution auch das Hämoglobin angepasst. Das sind Proteine in den roten Blutkörperchen, die Sauerstoff transportieren. Das Hämoglobin ist bei unterschiedlichen Arten so beschaffen, dass es den Sauerstoff bei der jeweiligen Temperatur optimal von der Lunge in die Zellen transportieren kann. Wie genau es sich so entwickelt hat, war bisher unklar.

Forscher aus Jülich haben nach eigenen Angaben nun den Schlüssel dazu gefunden. Sie verglichen das Hämoglobin von Schnabeltieren, Hühnern und Krokodilen. Die Ursache für die Unterschiede sind demnach unterschiedliche Aminosäuren in den Hämoglobinen der einzelnen Arten. Sie seien im Laufe der Evolution so ausgewählt worden, dass sie die optimale Leistungsfähigkeit für die Blut-Temperatur erreichen konnten.

Die Studie ist im Fachmagazin "Journal of the Royal Society Interface" erschienen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)