11. Juli 2012
Am Bahnhof Sorinowka ist das Aussteigen verboten. Jedenfalls für Reisende der russischen Bahngesellschaft, die von Woronesch im Westen Russlands ins südlichere Rostow-am-Don fahren. Zwar ist sie die einzige Station auf der 566 Kilometer langen Strecke. Aber der Bahnhof liegt auf ukrainischem Staatsgebiet und es gibt dort keine Grenzkontrollen.
Deshalb hat die russiche Bahn jetzt kurzerhand eine Grenzverschiebung beantragt. Sie möchte, dass das 300-Seelen-Dorf Sorinowka per Gebietsaustausch Russland zugeschlagen wird. Das birgt allerdings einige Probleme. Unter anderem lassen die Bahner bislang offen, welche Flächen Russland im Gegenzug anbieten könnte.
Die beiden ehemaligen Teilrepubliken der Sowjetunion hatten sich erst im Jahr 2010 auf den exakten Grenzverlauf geeinigt. Zuvor waren Territorialkonflikte zwischen beiden Seiten immer wieder eskaliert.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)