12. Juli 2012

Besiedlung Amerikas: Forscher finden Hinweise für weitere Einwanderungswellen

Die ersten Menschen besiedelten den Kontinent Amerika über die Beringstraße - über eine Landbrücke von Asien.

Daran gibt es aus wissenschaftlicher Sicht keine Zweifel. Jetzt hat ein internationales Forscherteam herausgefunden, dass es nach dieser Besiedlung noch zwei weitere Einwanderungswellen aus Asien gab - allerdings deutlich später, als es die Landbrücke zwischen Asien und Amerika gar nicht mehr gab. Das war bisher eine sehr umstrittene Theorie. Im Fachmagazin "Nature" schreiben die Wissenschaftler nun, sie seien mithilfe von Genanalysen zu dem Ergebnis gekommen. Insgesamt hätten sie die Gene von 500 Menschen aus mehr als 50 uramerikanischen und 17 asiatischen Völkern analysiert. Dabei fanden sie nach eigenen Angaben drei Abstammungslinien: Die ersten Einwanderer seien hauptsächlich Richtung Süden gezogen. Im äußersten Norden Amerikas hätten sich die Menschen der zweiten und dritten Einwanderungswelle angesiedelt. Diese seien eng mit den heutigen Han-Chinesen verwandt - diese Gene finde man bei Ureinwohnern im Süden Amerikas gar nicht.

Die Theorie der drei Einwanderungswellen hatte 1986 erstmals ein Sprachwissenschaftler aufgestellt, der die Sprachunterschiede analysiert hatte. Allerdings waren seine Ergebnisse damals nicht ernst genommen worden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)