12. Juli 2012

Macbeth-Effekt? Forscher: Unerfahrene Videospieler haben nach Gewaltspielen ein Reinigungsbedürfnis

"Fort, verdammter Fleck!" Den sogenannten "Macbeth-Effekt" wollen Wissenschaftler der Universität Luxemburg jetzt auch bei Gelegenheits-Videospielern festgestellt haben. Er besagt, dass ein Zusammenhang zwischen Sauberkeit und Moral besteht. Seinen Namen hat er von Shakespeares Lady Macbeth, die nach dem gemeinschaftlichen Mord am König wahnsinnig wird und sich Blutflecke im Schloss einbildet - die sie unbedingt wegwischen will.

Die Forscher untersuchten den Effekt an 76 Probanden, die zuvor Gewaltspiele gespielt hatten. Ihnen boten sie danach Geschenke an. Die unerfahrenen unter den Spielern haben sich nach Angaben der Forscher häufiger für Hygiene-Produkte wie Deos, Duschgel oder Zahnpasta entschieden als diejenigen, die oft Gewaltspiele spielen.

Nach Auffassung der Forscher lösen Videospiele den Effekt insbesondere dann aus, wenn gegen Menschen vorgangen wird. Warum erfahrene Spieler weniger Reinigungsbedürfnis haben, konnten sie noch nicht klären. Sie wollen ihre Ergebnisse bei einer internationalen Tagung zur Aggressionsforschung (Weltkongress der "International Society for Research on Aggression") im Juli vorstellen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)