12. Juli 2012

Hintergrund: EuGH-Urteil über Saatgut

"Wer das Saatgut kontrolliert, beherrscht die Welt." Dieses Zitat wird dem ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger zugeschrieben. Momentan beherrschen große Konzerne wie Bayer, Monsanto und Syngenta 67 Prozent des weltweiten Saatgutmarktes.

Heute hat der Europäische Gerichtshof die Weichen neu gestellt und entschieden: Europas Bauern dürfen Saatgut aus alten, amtlich nicht zugelassenen Pflanzensorten herstellen und vermarkten. Damit wurde eine umstrittene EU-Richtlinie aufgehoben.

Der Hintergrund: Viele Bauern kritisieren, dass Saatgutkonzerne immer mehr Rechte an Pflanzen halten. Zudem würden sie immer mehr in die Abhängigkeit der Konzerne getrieben, weil deren Saatgut für eine optimale Produktion speziellen Dünger und Pestizide benötigten.

Nach Ansicht der Generalanwältin des EuGH, Juliane Kokott, führt die bisherige Handhabung zu einer massiven Verarmung der biologischen Vielfalt und einer womöglich gefährlichen Dominanz des industriellen Saatguts. Zudem sei bisher die Auswahl des Verbrauchers eingeschränkt worden.

Az: C-59/11

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)