12. Juli 2012

Indonesien: Menschenrechtler kritisieren Verurteilung wegen Blasphemie

Ein schiitischer Geistlicher ist in Indonesien zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Der Vorwurf - Blasphemie. Diese Verurteilung stößt nun auf Kritik von Menschenrechtlern. Die Organisation "Human Rights Watch" erklärte, das indonesische Blasphemiegesetz stelle eine Bedrohung der Religionsfreiheit dar.

Vor der Verhaftung des schiitischen Geistlichen Tajul Muluk hatten sunnitische Kleriker ihm ein Ultimatum zur Umkehr zum -so wörtlich- "richtigen Islam" gestellt. Im Juni war ein Indonesier wegen Atheismus zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Die Anhänger von Minderheitenreligionen werfen Indonesiens Staatspräsident vor, nichts zu ihrem Schutz zu tun.

In Indonesien sind rund 88 Prozent der Einwohner Muslime, sechs Prozent sind Protestanten und drei Prozent Katholiken.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)