13. Juli 2012
Eigentlich müssten schon sechsmal soviele Arten im Amazonasbecken Brasiliens ausgestorben sein. Doch die Natur straft bisherige Vorhersagen Lügen. Statt erwarteter sechs Prozent der Vogel-, Amphibien- und Säugetierarten war bis zum Jahr 2008 nur ein Prozent verschwunden. Einem Bericht im Fachblatt "Science" zufolge liegt das aber nicht etwa an besseren Schutzmaßnahmen. Stattdessen spricht das internationale Forscherteam von einer "Aussterbeschuld": Nachdem der Lebensraum einer Tierart zerstört worden sei, dauere es noch mehrere Generationen, bis sie ganz verschwinde. Dass sie schließlich aussterbe, sei jedenfalls sehr wahrscheinlich.
Um das vorauszusagen, haben die Wissenschaftler ein mathematisches Modell entwickelt. Dafür bezogen sie mit ein, wieviel Regenwald abgeholzt wird. Herausgekommen sind mehrere Szenarien: Im besten Fall verschwinden bis zum Jahr 2050 nur gut viereinhalb Prozent der Wirbeltierarten, im schlechtesten sind es mehr als zehn Prozent.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)