16. Juli 2012

Epigenetische Unterschiede entwickeln sich bereits im Mutterleib

Eineiige Zwillinge entwickeln sich zwar aus derselben Zelle und haben deswegen auch dasselbe Erbgut. Aber bereits im Mutterleib beginnt sich das Erbgut durch Anlagerungen an die DNA zu verändern - die sogenannten epigenetischen Anlagerungen. Das hat ein internationales Forscherteam herausgefunden (und seine Erkenntnisse im Fachmagazin "Genome Research" beschrieben). Die Wissenschaftler untersuchten 66 neugeborene Zwillingspaare. Dabei fanden sie sowohl bei zwei- als auch bei eineiigen Zwillingen Unterschiede - in manchen Genregionen bis zu 20 Prozent. Offenbar reichte schon die jeweils eigene Nabelschnur des Fötus aus, um die Veränderungen hervorzurufen.

Die Wissenschaftler und andere Kollegen halten die Epigenetik für einen wichtigen Ansatzpunkt, um die Entwicklung von Krankheiten zu verhindern. Die Veränderungen der DNA-Anlagerungen werden vermutlich durch Ernährung oder andere Umweltfaktoren beeinflusst. Das Forscherteam hofft, eine spezielle Diät während der Schwangerschaft könne so das Risiko für bestimmte Krankheiten senken.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)