17. Juli 2012

Französische Atomtests haben "wahrscheinlich" Krebs ausgelöst

Als Frankreichs Präsident Jacques Chirac 1996 eine Atombombe am Mururoa-Atoll im Südpazifik testen ließ, brach sich die Empörung im Slogan "Fuck Chirac" Bahn. Anfang der 60er-Jahre war die Unbedarftheit größer. Bei Atomwaffentests in der algerischen Sahara und in Französisch-Polynesien in der Südsee war die Zivilbevölkerung der nuklearen Strahlung ausgesetzt. Außerdem nahmen bis zum Ende der Tests 1996 rund 150.000 zivile und miltärische Mitarbeiter an den Tests teil. Einige von ihnen haben Krebs bekommen - und die Ursache davon waren wohl die Atomversuche. Zumindest sechs Soldaten haben das jetzt schwarz auf weiß. Wie die Zeitung "Le Parisien" berichtet, kommt ein Experte im Auftrag der Justiz zu dem Schluss. Er hatte 15 Krebsfälle untersucht. Der Experte empfiehlt demnach, die Einwohner von Französisch-Polynesien zu untersuchen, die zum Zeitpunkt der Tests unter fünf Jahre alt waren. Schon geringe Strahlenmengen könnten Auswirkungen auf die Schilddrüse haben.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)