18. Juli 2012

Israelischer Aktivist hält Beschneidung für Vergewaltigung

Die meisten Eltern wissen gar nicht, was bei einer Beschneidung eigentlich weggeschnitten wird. Das sagt der israelische Aktivist Jonathan Enosch im Interview mit der "taz". Er kämpft mit der Gruppe "Ben Schalem" gegen Beschneidung als religiöses Ritual. Nach Angaben von Enosch lassen etwa 98 Prozent der jüdischen Bevölkerung ihre Kinder beschneiden - ohne zu hinterfragen, was dabei eigentlich passiert. Enosch sieht darin einen unnötigen Akt der Vergewaltigung.

Das Argument, mit der Beschneidung beuge man Krankheiten vor, bezeichnet der Aktivist als absurd. Denn dann müssten sich auch Frauen die Brüste abschneiden zu lassen, um sich vor Brustkrebs zu schützen. Das deutsche Urteil gegen Beschneidung hat Enosch nach eigenen Angaben mit Freude beobachtet. Das Landgericht Köln hatte im Juni die Beschneidung eines Jungen als Körperverletzung bewertet.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)