18. Juli 2012

Wissenschaftler im Interview: Ocytocin-Forschung noch ganz am Anfang

Es ist ein Hype, aber eben nicht nur - und deshalb sollte noch mehr geforscht werden. Das sagt Helmut Schatz, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie über das Hormon Ocytocin.

Im Interview mit DRadio Wissen erklärte er, wie sich das große öffentliche Interesse an dem Stoff entwickelt hat. Denn eigentlich sei der schon seit den 50er Jahren gut bekannt, er werde auch schon lange in der Medizin eingesetzt, zum Beispiel im Wehentropf bei Geburten.

Aus Sicht des Wissenschaftlers kam die Wende, als entdeckt wurde, dass Ocytocin nicht nur als Hormon im Blut wirkt, sondern auch als Neurotransmitter im Gehirn. Man habe dann seine Wirkung auf Aggression, Stress und eben auch soziale Bindungen bemerkt und weiter erforscht - und das mache den aktuellen Hype aus.

Laut Helmut Schatz kann ein Einsatz von Ocytocin in der Psychiatrie in Zukunft möglich sein - zum Beispiel in Fällen von Schizophrenie oder Autismus. Allerdings stehe die Forschung da noch ganz am Anfang.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)