19. Juli 2012
Jetzt hat die Propagandabehörde übernommen. In China sind die Machthaber kurz vor dem 18. Parteitag der kommunistischen Partei offenbar sehr nervös.
Das haben nun zwei Journalisten der kritischen Zeitung Dongfang Daily aus Schanghai zu spüren bekommen. Der Direktor des Blattes und der stellvertretende Chefredakteur wurden zwangsversetzt, nachdem nachdem sie ein Interview mit einem liberalen Wirtschaftswissenschaftler veröffentlicht hatten.
In dem Gespräch ging es um die Öffnung von verstaatlichten Wirtschaftszweigen für Privatunternehmen. Um das Blatt wieder auf Regierungskurs zu bringen, wurden außerdem Beamte der Propagandabehörde in die Redaktion entsandt.
Für Beobachter ist die Maßnahme Teil einer Medienkampagne, mit der die Regierung im Vorfeld des Parteitages jegliche Kritik zum Schweigen bringen will. Bislang hätten liberale Medien unter gewissen Auflagen recht frei recherchieren und berichten können - damit scheine es nun vorbei zu sein.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)