19. Juli 2012

Neandertaler kannten bereits die Wirkung von Heilpflanzen

Hätten die Neandertaler die Zahnbürste schon gekannt, wäre es wohl nie zu diesen Forschungsergebnissen gekommen. Denn ein internationales Team von Archäologen hat sich den Zahnstein der Urzeitmenschen genauer angesehen. An Zähnen aus der El-Sidròn Höhle in Spanien fanden sie Ablagerungen, die bis zu 50.000 Jahre alt sind. Zu ihrer Überraschung waren darin auch Rückstände von Pflanzen, die den Neandertalern unmöglich geschmeckt haben können. Kamille und Schafgarbe seien dafür einfach zu bitter und enthielten zu wenige Nährstoffe.

In der Zeitschrift "Naturwissenschaften" interpretieren die Wissenschaftler ihre Funde so, dass die Neandertaler bereits die Wirkung von Heilpflanzen gekannt haben müssen und dieses Wissen gezielt anwendeten. So enthalte die Kamille beispielsweise den entzündungshemmenden Stoff Azulen. Die Forscher hoffen, dass ihr Fund dazu beiträgt, Vorurteile über die angeblich "primitiven" Steinzeitmenschen abzubauen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)