23. Juli 2012

Anthropologin: Das IOC macht Fehler

Die neuen Regeln des Internationalen Olympischen Komitees zur Geschlechtsbestimmung sind wissenschaftlich betrachtet fehlerhaft. Zu diesem Schluss kommt die Anthropologin Katrina Karkazis von der Universität Stanford. Sie schreibt in einem Gastbeitrag für den "New Scientist", für die Richtlinien sei der Spiegel des männlichen Geschlechtshormons Testosteron im Körper weiblicher Athletinnen als Maßstab herangezogen worden. Die Argumentation, das Hormon führe zu größeren, kräftigeren und ausdauerfähigeren Muskeln greife jedoch zu kurz. Zum einen sei der Effekt von Testostron bei Frauen individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Zum anderen sei nicht nachgewiesen, dass erfolgreiche Athleten einen höheren Testosteronspiegel hätten als solche, die weniger erfolgreich sind. Die Wissenschaftlerin führt zu diesem Aspekt ein Gegenbeispiel an: Eine Studie der US-Ärztekammer weise sogar einen großen Anteil Elitesportlerinnen als Testosteron-unempfindlich aus.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)