24. Juli 2012
Was zum Aussterben des Neandertalers geführt hat, bleibt weiter ein Rätsel. Der Klimawandel war es jedenfalls nicht. Zu diesem Schluss kommt der Geograph John Lowe in einem aktuellen Artikel in der Fachzeitschrift "Proceedings oft the National Academy of Sciences". Der Londoner Wissenschaftler findet per Ausschlussprinzip zu seinem Urteil. Er hatte Ablagerungen von Vulkanasche vom Meeresgrund der Ägäis, aus Libyen und aus vier eurpäischen Höhlen ausgewertet. Das Ergebnis verglich er mit den bekannten Klimadaten der damaligen Zeit. Sein Fazit: Anders als vielfach angenommen, kann der Klimawandel in Europa nicht die Ursache für das Aussterben des Neandertalers sein. Denn der massive Vulkanausbruch, der klimatische Veränderungen zur Folge hatte, habe zu einem Zeitpunkt eingesetzt, als der Neandertaler praktisch schon ausgestorben war.
Damit stützt Lowe die unter Anthropologen gängige Meinung. Sie halten es für wahrscheinlich, dass ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren verantwortlich ist - unter anderem auch die Konkurrenz zum modernen Menschen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)