24. Juli 2012

Schäden durch Alkohol in der Schwangerschaft größer als angenommen

In der Schwangerschaft sollte man keinen Alkohol trinken - das weiß mittlerweile wohl fast jeder. Wie vielfältig die Schäden des Konsums sind zeigt jetzt eine Studie von US-amerikanischen Forschern. Die Wissenschaftler untersuchten die Kinder von rund 100 Frauen, die täglich etwa 48 Gramm Alkohol zu sich nahmen, das entspricht circa acht Gläsern Schnaps. In einer Kontrollgruppe wurden die Daten von abstinenten Schwangeren erfasst.

Das Ergebnis: 80 Prozent der trinkenden Frauen brachten Kinder mit mindestens einer Anomalie zur Welt. Die Kinder zeigten häufiger Verhaltensauffälligkeiten und hatten Lern- und Sprachprobleme. Außerdem war doppelt so oft ein verzögertes Wachstum zu beobachten. Störungen des zentralen Nervensystems traten in 44 Prozent der Fälle auf. Zum Vergleich: Bei den abstinenten Müttern lag die Zahl bei 14 Prozent.

Äußerliche Anzeichen waren nach Angaben der Forscher seltener zu beobachten als erwartet. Kinder mit neurologischen Problemen könnten deshalb in manchen Fällen falsch diagnostiziert werden.

Die Studie ist im Fachmagazin "Alcoholism: Clinical & Experimental Research" erschienen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)