24. Juli 2012

Skandalfund in Russland löst Debatte über Umgang mit abgetriebenen Embryonen aus

Der Fall beschäftigt in Russland Politik und Öffentlichkeit. In einem Waldgebiet wurden 248 weggeworfene Embryonen gefunden. Die Föten stammen aus Kliniken der Großstadt Jekaterinburg. Russische Medien zitieren Krankenhaus-Mitarbeiter, die erklärten, es handle sich um "biologisch-medizinische Abfälle" der Klasse B. Gemeint sind damit Fehlgeburten und Abtreibungen. Normalerweise holen Spezialfirmen die Überreste zur Bestattung ab.

Die Vorsitzende des Familienausschusses in der Staatsduma, Jelena Misulina, sagte, niemand kontrolliere, was mit den Föten passiere. Die Nachfrage nach ihnen sei gigantisch. Als Reaktion auf den Fall will die Politikerin ein schärferes Gesetz durchsetzen.

Die Stammzellen von Föten können für wissenschaftliche Zwecke genutzt werden. So zum Beispiel im Bereich der Pharmazie oder der Kosmetik. Das Geschäft mit den Embryonen verspricht deshalb große Rendite.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)