25. Juli 2012

Netzwerkforschung: Mythen wie Ilias oder Beowulf sind deutlich plausibler als "Herr der Ringe"

Wie viel Wahrheit steckt in alten Mythen wie der Ilias oder dem angelsächsischen Heldengedicht Beowulf? Britische Forscher haben untersucht, wie plausibel diese Legenden aufgebaut sind. Dazu analysierten sie in den alten Mythen und anderen fiktionalen Geschichten die Charaktere: Sie berechneten ihre Beliebtheit und erstellten ein Netzwerk der Beziehungen der Figuren zueinander. Das verglichen sie dann mit Netzwerken von echten Menschen. Das Ergebnis: In Dramen von Shakespeare oder Tolkiens "Herr der Ringe" waren die Beziehungssysteme deutlich anders als im echten Leben - zum Beispiel hatten viele Charaktere genau gleich viele Freunde. Bei den Mythen dagegen schienen die Personen-Netzwerke realistischer. Für die Forscher ein Hinweis, dass die Legenden auf echten Menschen basieren könnten. Allerdings heiße das nicht, das alles, was dort erzählt werde, auch wahr sei - zum Beispiel Berichte über Monster oder Magie.

Die Studie erscheint im Fachjournal "Europhysics Letters".

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)