26. Juli 2012
Als sie starb, war sie schon schwer krank. Die Rede ist von einem Inka-Mädchen, das vor rund 500 Jahren auf einem Gipfel in den Anden den Göttern geopfert wurde. Wissenschaftler haben ihre Mumie nun auf Krankheiten untersucht. Bislang wurde bei solchen Analysen nur nach den Erregern von Krankheiten gefahndet. Wie die Wissenschaftler schreiben, ist aber die Anwesenheit eines Virus oder Bakteriums noch kein Beweis dafür, dass eine Krankheit tatsächlich ausgebrochen war. Deshalb untersuchten sie zusätzlich Speichel- und Blutproben der Mumie auf Antikörper. Ihre Analysen ergaben: Das Mädchen trug vor seinem Tod ein Myobacterium in sich. Das ist ein Erreger, der Lungenentzündungen oder Tuberculose auslösen kann. Und ihr Immunsystem hatte bereits auf den Erreger reagiert - die Krankheit war also ausgebrochen.
Mit der neuen Methode wollen Forscher bald auch andere berühmte und weniger berühmte Tote untersuchen, um Klarheit darüber zu erlangen, wie sie gestorben sind oder wie sich Epidemien ausgebreitet haben. Die Studie ist in der Fachzeitschrift"PLoS ONE" erschienen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)