26. Juli 2012

"Ärzte ohne Grenzen" kritisiert Patentpolitik der Pharmaindustrie

Dringend benötigte Medikamente sind in Entwicklungsländern teilweise unerschwinglich. Das erklärte die Organisation "Ärzte ohne Grenzen". Schuld sei die Patentpolitik der Pharmaindustrie. Außerdem würden zahlreiche arme Länder von den Rabattprogrammen der Unternehmen ausgenommen. Das habe eine Untersuchung des Marktes für lebensverlängernde Arzneimittel für HIV-Patienten ergeben.

In Indien seien beispielsweise die Aids-Arzneimittel der dritten Linie patentiert. Damit blockiere die Pharmaindustrie die Herstellung günstiger Nachahmerpräparate. Viele Patienten bräuchten diese neuen Mittel, weil ihre Viren gegen die Medikamente der ersten und zweiten Linie resistent seien.

"Ärzte ohne Grenzen" begrüße deshalb, dass sich einige Schwellenländer gegen die Monopole wehrten. So habe Indien im März eine Zwangslizenz für ein Krebsmedikament vergeben, um das Patent zu umgehen. Die Machtverhältnisse müssten sich ändern, solange Pharmafirmen ihr Monopol nutzten, um unerschwingliche Preise festzulegen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)