26. Juli 2012

Cindy, Mandy und Mike sind "Sehnsuchtsnamen"

Heute werden die Mike´s und Cindy´s der Nation mitleidig angeschaut. Aber sie sind quasi politisch motiviert. Den Hintergrund erklärte die Sprachforscherin Damaris Nübling in der Deutschlandfunk-Sendung "Studiozeit". Demnach hat ein Ost-West-Vergleich von Rufnamen ergeben, dass unterschiedliche Namenskulturen entstanden sind. In der einstigen DDR waren bei den Mädchen die Namen Mandy, Peggy und Cindy üblich. Bei den Jungen zum Beispiel amerikanische Namen wie Mike, aber auch italienische Namen wie Silvio, Enrico oder französische Namen. So seien André und René heute noch sehr viel stärker im Osten vertreten. Diese werden laut Nübling als "Sehnsuchtsnamen" gedeutet: Einer Cindy oder einem Enrico wäre man im realen Leben, heißt: im Urlaub in den USA oder Italien, nicht begegnet. So habe man sich die Ferne per Namensvergabe nach Hause geholt.

Im Westen seien hingegen russische Namen sehr viel häufiger zu finden. Das zeigten zum Beispiel die Namen Sascha und Tanja. Im Westen fänden die sich überall, im Osten nur selten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)