27. Juli 2012

Finanzkrise: Westlich-liberales System verliert Vorbildfunktion

Wie wird sich die Welt durch die internationale Finanzkrise verändern? Diese Frage haben sich Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Globale und Regionale Studien im aktuellen Giga Focus gestellt. Ihrer Beobachtung zufolge führt die Finanzkrise möglicherweise zu einer Neuausrichtung der globalen Machtstrukturen. Das westlich-liberale System fungiere nicht mehr als alleiniges Vorbild und die westliche Staatengemeinschaft verliere an Einfluss.

So werde vermehrt darüber diskutiert, die internationalen Institutionen neu zu regulieren. Dadurch würde sich auch ein so genanntes "Window of Opportunity" - ein "Fenster der Möglichkeiten" für neue Akteure öffnen, an der internationalen Debatte teilzunehmen.

Einig sind sich die Wissenschaftler, dass der Volksrepublik China in Zukunft eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der Weltpolitik zukommen wird. Mit den USA zusammen könnte das asiatische Land eine G2, eine bipolare Machtstruktur, bilden. China selber lehnt solche Szenarien, laut Giga-Institut allerdings ab. Die Volksrepublik positioniere sich lieber als Anwältin der Entwicklungsländer und befürworte multipolare Strukturen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)