27. Juli 2012

Sportphilosoph: Eine Zeit, die nicht mehr an Götter glaubt, verehrt umso heftiger vergöttlichte Personen

An irgendetwas muss man ja glauben. In dem Sinne formuliert es der Sportphilosoph Gunter Gebauer in einem Gastbeitrag in der "FAZ". Er kritisiert die Verklärung sportlicher Leistungen in einer religiösen Dimension. Eine Zeit, die nicht mehr an Götter glaube, verehre umso heftiger vergöttlichte Personen.

Gebauer erinnert an die Tradition in der frühen Antike: Damals seien Olympiasieger die einzigen Menschen gewesen, die neben Göttern in Stein verewigt worden seien. Heute sorgten vor allem die TV-Bilder für eine verzerrte Wahrnehmung der Sportler als Übermenschen.

Dabei sei Olympia kein Ort, an dem ein religiöser Schössling gedeihen könne, denn um den Sieg werde mit allen Mitteln gerungen - christliche oder humanistische Bedenken, ethische Prinzipien, moralische Haltungen würden selten ernst genommen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)