27. Juli 2012
Ein Biomolekül zu beobachten ist eine ganz schon aufwendige Angelegenheit: Zuerst muss das Molekül eingefroren werden. Dann wird es auf einer rotierenden Halterung montiert. Schließlich beschießt man es mit Röntgenstrahlen. Diese werden reflektiert und es entsteht ein dreidimensionales Bild von Atomen und chemischen Verbindungen. Doch einem tiefgefrorenen Molekül kann man nicht bei der Arbeit zusehen. Wäre es aber nicht gefroren, würde der Röntgenstrahl es sofort erhitzen und zerstören. Kalifornische Forscher haben in dieser Sache nach eigenen Angaben nun Erfolg gehabt. Sie untersuchten Biomoleküle bei Raumtemperatur mit einer Folge aus superkurzen Röntgen-Blitzen. Dadurch seien Serien von Schnappschüssen entstanden, die man anschließend zusammensetzen konnte. Unter dem Röntgen-Stroboskop hätten die Moleküle lange genug "überlebt", um ihnen bei der Arbeit zuzusehen. Untersucht wurde vor allem das Molekül Photosystem 1-ferredoxin. Das ist einer der wichtigsten chemischen Bausteine für die Photosynthese in Pflanzen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)