30. Juli 2012

Kubas Wirtschaftsreformen führen zu Ungleichheit

"In Kuba wächst ein präkapitalistisches Biotop." So beschreiben die "Blätter für die deutsche und internationale Politik" die Entwicklung in Kuba. Demnach hat der sozialistische Inselstaat seit 1990 Wirtschafts-Maßnahmen zugelassen, die seiner Ideologie eigentlich komplett widersprechen: Tourismus, ein Devisen-Peso, Privatwirtschaft. Der Autor beobachtet, dass seitdem aus jeder neuen Sitzung des Ministerrats immer neue Zugeständnisse kämen - so solle bald auch die Reisefreiheit ausgeweitet werden.

Doch diese Entwicklungen blieben nicht ohne Folgen für die Gesellschaft. Mehrere Forscher hätten für Kuba den Gini-Koeffizienten ausgerechnet - das ist ein statistisches Maß zwischen 0 und 1, mit dem man die Gerechtigkeit der Vermögensverteilung beschreiben kann. Das Ergebnis: Früher habe der Wert bei 0,24 gelegen, also einer hohen Gleichheit. Inzwischen betrage er 0,50 - das ist auf dem Weg zur Ungleichheit.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)